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Ihm verdanke ich viel. Ich wuchs mit seinen Bildern auf. Wenn wir meine Großeltern besuchten, rief er uns in sein Atelier, und wir sollten seine Bilder kritisieren. Er nahm unsere Meinung ernst. Ich zeichnete schon als Kind sehr viel, und er schaute meine Bilder immer gerne an und sagte etwas dazu. Ich wollte immer gerne möglichst realistisch zeichnen und verbrachte eine zeitlang Nächte damit, Pferde zu zeichnen. Er nahm es mit den Hinterbeinen sehr genau und machte mir immer wieder vor, wie sie aussehen müßten. Meine Großeltern (auch meine Großmutter Anneliese Brand- Schlagheck ist Künstlerin) und Eltern schärften meinen Blick für Details und die verborgenen Schönheiten meiner Umgebung. Natürlich mußten wir auch für Portraits Modell sitzen. Ich bewundere die Landschaftsbilder meines Großvaters sehr. Er verstand es wunderbar, Stimmungen einzufangen, v.a. die tollen Wolkenspiele und die Lichter und Schatten am Boden. Wenn ich dramatische Wolken sehe, denke ich an meinen Großvater. Ich denke, was Landschaftsmalerei angeht, sind meine Bilder sehr von denen meines Großvaters beeinflußt. Ich male und zeichne wie er gerne auf Reisen, wozu ich meinen Malkoffer mit Ölfarben, der gleichzeitig als Staffelei dient, mitnehme. Ein weiteres Motiv, das ich wie mein Großvater gerne male, sind Hinterhöfe, auch wenn Stil und Technik meiner Arbeiten dort deutlich anders ist.
Johann Brand wurde am 23. Juli 1910 in Osnabrück geboren. Er lernte sein Handwerk “von der Pieke auf”, wie er immer sagte, d.h. er machte erst eine Lehre als Maler, wanderte als Kirchenausstatter und Dekorationsmaler durch Westfalen und das Rheinland und studierte dann an der Kölner Werkschule und der Düsseldorfer Kunstakademie sowie der Kunstgewerbeschule Bielefeld. Im Krieg wurden sein Atelier und die meisten frühen Arbeiten durch Bomben vernichtet. Nach dem Krieg ging er mit seiner Frau und dem erstem von später fünf Kindern (meiner Mutter) nach Worpswede und teilte sich ein Atelier mit Fritz Mackensen. 1946 kehrte die Familie nach Osnabrück zurück. Johann Brand war Mitbegründer des BBK in Osnabrück. Er machte sich bald mit Stadtlandschaften, Landschaftsmalerei und Portraits einen Namen. Er erhielt zahlreiche private, öffentliche und kirchliche Aufträge, und führte neben der Malerei u.a. Sgraffitoarbeiten, Fresken, Mosaike und Glasfenstergestaltungen aus. Viel später zogen Johann und Anneliese Brand nach Bonn und dann nach Soest, wo mein Großvater im Alter von 90 Jahren starb. Er malte noch bis zum letzten Tag.
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